Hans Heinz Keursten (63), ist seit 2000 Bürgermeister von Rothenberg

Herr Keursten, worin sehen Sie die Vorteile einer Gemeindefusion in der Oberzent für Ihre Gemeinde?

Hans Heinz Keursten: Der demographische Wandel  und die finanziellen Ressourcen zwingen uns zum Handeln, damit wir auch in der Zukunft noch politisch Gestalten können. Die in allen Ortsteilen geschaffenen Werte sind auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung mit ihrem Umfeld (Ortsteil) identifiziert. Das Gesamtgebilde sollte dabei jedoch nicht aus dem Auge verloren werden. Vereinsarbeit mit einem erheblichen ehrenamtlichen Engagement gestaltet sich überwiegend in den Ortsteilen, und sollte auch weiterhin gefördert werden. Dies kann aber nur dadurch geschehen, dass finanzielle Spielräume geschaffen werden.  Diese Spielräume erhalten wir nur durch eine Zusammenlegung in der Oberzent.

 

Wie soll sichergestellt werden, dass die Belange Ihrer Gemeinde mit all ihrer Ortsteile in einer Großgemeinde angemessen repräsentiert werden?

Hans Heinz Keursten: Demokratie auch in einer Großgemeinde vollzieht sich nur in der Form, dass ausreichend genug Bürgerinnen und Bürger bereit sind, für eine Wahl in einem Kommunalgremium sich zur Verfügung zu stellen. Über diese Schiene kann jeder Ortsteil seine Belange in einem Gremium zum Ausdruck bringen. In der Machbarkeitsstudie wird geprüft, wie die Belange eines jeden Ortsteils berücksichtigt werden. Dies könnte z. B. über einen Ortsbeirat oder Beirat geschehen. Dass die Ortsteile in all unseren Oberzentkommunen nicht vernachlässigt werden, beweist schon das persönliche Engagement aus jedem einzelnen Ortsteil, allein schon über die Vereinsstruktur.

 

Was entgegnen Sie dem Bürgern, der Angst hat, dass er in einer Stadtgemeinde Oberzent nur noch unter „Ferner liefen“ rangiert?

Hans Heinz Keursten: Seit der kommunalen Neugliederung 1972 haben es alle Ortsteile geschafft, ein Eigenleben zu entwickeln, um darüber eine hohe Präsenz der größeren Einheit gegenüber zu dokumentieren. Mit einer Fusion der Stadt Beerfelden, den Gemeinden Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal wird eine neueStadt gebildet, in der auf jeden Fall jeder Ortsteil mit seinen Bürgern sich Gehör zu verschaffen hat, so wie dies auch nach der Neugliederung 1972 der Fall war.

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