Gottfried Görig  (60), ist seit 2000 Bürgermeister von Beerfelden

Herr Görig, worin sehen Sie die Vorteile einer Gemeindefusion in der Oberzent für Ihre Gemeinde?

 

Gottfried Görig:  Die nächsten Jahre unseres kommunalpolitischen Lebens werden geprägt sein von dem Bestreben, die Qualität der öffentlichen Einrichtungen zu erhalten. Gleichzeitig wird es für kleinere Städte und Gemeinden vor dem Hintergrund der finanziellen Ausstattung immer schwieriger, die gegenwärtigen kommunalen Aufgaben zu bewältigen. Auch der demographische Wandel wird sich dabei nicht unerheblich auf unsere Arbeit auswirken.

Zurzeit werden in unseren Kommunen für die Aufgabeerfüllung die gleichen Ressourcen vorgehalten. Dies führt dazu, dass die Kosten von Verwaltungsleistungen jeweils hoch sind.

Eine Gemeindefusion in der Oberzent gibt uns die Chance, die aktuellen Aufgaben im Interesse der örtlichen Gemeinschaft auch künftig fachlich und wirtschaftlich optimal zu erfüllen. Mit der Gründung des

KommunalService Oberzent wurde bereits ein Schritt in diese Richtung getan.

 

Wie soll sichergestellt werden, dass die Belange Ihrer Gemeinde mit all ihrer Ortsteile in einer Großgemeinde repräsentiert werden?

 

Gottfried Görig: Die Identifikation der Einwohner mit ihren Stadt-/Ortsteilen ist ein hohes Gut. Die Beschlussfassung zur Erstellung der Machbarkeitsstudie bringt dies besonders zum Ausdruck, indem alle Strukturmodelle dies berücksichtigen müssen und entsprechende Beteiligungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten vorzusehen sind. Dies kann wie bisher durch die Ortsbeiräte gewährleistet werden. Als Kenner der Situation vor Ort sind diese ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bürgerschaft in den Stadt-/Ortsteilen und dem Rathaus.

 

Was entgegnen Sie dem Bürger, der Angst hat, dass er in einer Stadtgemeinde Oberzent nur noch unter „ferner liefen“ rangiert?

 

Gottfried Görig: Die Bedenken, dass nach einer Fusion die Belange der Stadt-/Ortsteile nicht oder unzureichend Berücksichtigung finden, kann ich nachvollziehen. Die Zeit nach der Gebietsreform hat meines Erachtens aber gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr wurden in den zurückliegenden Jahren Flurbereinigungs- und Dorferneuerungs-/Entwicklungsverfahren aufgelegt, in deren Rahmen notwendige Infrastrukturmaßnahmen in den Stadt-/Ortsteilen umgesetzt wurden. Das aktuell in Beerfelden laufende Dorfentwicklungsverfahren mit integriertem Entwicklungskonzept für die Kernstadt und alle Stadtteile ist ein gutes Beispiel dafür.

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