Egon Scheuermann, (55), ist seit 2008 Bürgermeister von Sensbachtal

Herr Scheuermann, worin sehen Sie die Vorteile einer Gemeindefusion in der Oberzent für Ihre Gemeinde?

 

Egon Scheuermann: Die Themen Anforderungen an die Verwaltung, demografischer Wandel und finanzielle Ausstattung der Kommunen bringen die Aufgabe mit sich, sich diesen Verschlechterungen der Rahmenbedingungen zu stellen.

Eine Fusion bietet uns die Möglichkeit, eine schlanke, moderne und leistungsfähige Verwaltung zu schaffen. Damit verbunden ist eine Steigerung von Qualität und Quantität in der Aufgabenausführung durch die Möglichkeit der Spezialisierung.

Durch verbesserte Zuweisungen des Landes im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleichs und gleichzeitiger Reduzierung der Anzahl der hauptamtlichen Bürgermeister und den daraus resultierenden Einsparungen können wieder finanzielle Spielräume geschaffen werden, die für Investitionen in Erhalt und Schaffung von Infrastruktureinrichtungen in den Kommunen, aber auch in die Förderung des Ehrenamtes und der Vereins- und Jugendarbeit fließen können. Für uns ist insbesondere die Sanierung des  Gemeindezentrums  eine wichtige Aufgabe. Auch  unsere Sport- und Mehrzweckhalle, für Vereins- und Schulsport, aber auch für Veranstaltungen und Feste genutzt, und die Gemeindestraßen haben einen gewissen Nachholbedarf, was die Instandhaltung betrifft.

Wichtig ist aber, dass es auch bei einer Fusion ein Bürgerbüro im Gemeindezentrum geben wird, das  alle Dienste für die Einwohnerschaft  sicherstellen wird. Es bietet sich ggf. auch die Möglichkeit, mobile Bürgerbüros einzurichten, die noch näher an die Einwohnerschaft heranrücken. Der Bürger verliert nichts!

 

Wie soll sichergestellt werden, dass die Belange Ihrer Gemeinde mit all ihrer Ortsteile in einer Großgemeinde angemessen repräsentiert werden?

 

Egon Scheuermann: Wenn es wieder möglich sein wird, Politik zu gestalten, statt nur den Mangel zu verwalten, werden sich ganz sicher geeignete und kompetente Kandidaten für die Wahlen in die einzelnen Gremien zur Verfügung stellen. Diese können über die verschiedenen Listen für diese Ämter kandidieren.  Die zu wählenden Ortschaftsräte werden für die Wahrung der Interessen ihrer Ortsteile Verantwortung tragen. Sie sollen die Anliegen und Forderungen aus der Bevölkerung in die politische Diskussion bringen. Ein wesentlicher Faktor dafür, dass diese Anliegen und Forderungen auch Gehör finden, ist die Einrichtung eines Beirates der Ortsvorsteher. Dieser Beirat wird auf Ebene des Bürgermeisters angesiedelt sein und durch regelmäßige Gespräche und Sitzungen seine Interessen direkt in die oberste Führungsebene der neuen Organisation in die Diskussion einbringen können. Damit hat jeder Ortsteil einen direkten Draht zum Bürgermeister!

 

 

 

Was entgegnen Sie dem Bürger, der Angst hat, dass er in einer Stadtgemeinde Oberzent nur noch unter „ferner liefen“ rangiert?

 

Egon Scheuermann: Es wird kein Bürger künftig unter „ferner liefen“ rangieren. Er wird, wie bisher auch, durch die Mitglieder in den Gremien und durch die Ortsbeiräte direkt vertreten. Im Gegenteil, durch mehr Spielraum in verwaltungstechnischer und finanzieller Sicht wird er schnell spüren, dass er wieder bessere Leistungen aus der Verwaltung heraus erwarten kann.  Leistungen, die sich auf die Sicherung der gemeindlichen Einrichtungen beziehen, welche er nutzen möchte, aber auch  eine Verbesserung der Förderung von Vereinen und Jugend mit sich bringen. Der Bürger wird davon profitieren und das ist das Wichtigste!

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