Claus Junghenn, (55), ist seit 16 Jahren Bürgermeister von Allendorf an der Eder. Die Gemeinde mit etwa 5600 Einwohnern liegt im südwestlichen Teil des Landkreises Waldeck-Frankenberg in Hessen. Die Verwaltungsgemeinschaft mit Bromskirchen seit Jahresanfang.

 

Herr Junghenn, warum entschied man sich in Ihrer Kommune für eine Verwaltungsgemeinschaft?

 

Claus Junghenn: Im Wesentlichen schließe ich mich den Ausführungen des Kollegen Frese aus Bromskirchen an. Nach Überlegungen im Rahmen einer mit der Landesregierung abgestimmten Inanspruchnahme der „Experimentierklausel“ einer Samt- oder Verbandgemeinde nach dem Beispiel Rheinland Pfalz/ Niedersachsen zu gründen, wurden wir seitens des Referates IKZ (Interkommunale Zusammenarbeit) auf das KGG in Hessen und die Möglichkeit der Verwaltungszusammenarbeit im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Vertrages oder als Gemeindeverwaltungsverband hingewiesen. Der „große Wurf“ mit Samt- oder Verbandsgemeinden sei in Hessen noch nicht mehrheitsfähig, hieß es im März 2013. Ein persönlicher Besuch in der bayerischen Gemeinde Kist und beim Regierungspräsidium Unterfranken (dort sind Verwaltungsgemeinschaften seit einer angeordneten Gebietsreform in den 70ern gang und gäbe) brachte uns klar in Richtung des Zweckverbandes.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen bisher?

 

Claus Junghenn: Aufgrund der guten persönlichen Verbindungen unserer Kommunen und der aktuellen Entscheidungsträger sowie bereits zuvor aktiv betriebener IKZ war der Schritt zur Verwaltungsgemeinschaft (VG) relativ leicht. Es gibt das Vertrauen untereinander als wichtige Basis einer derart engen Zusammenarbeit. Die VG gehört mittlerweile dazu und wird sich verselbstständigen. Mitarbeiter gewöhnen sich mehr und mehr an die neue Institution, die eigentlich nur an die Stelle der bisherigen Gemeindeverwaltungen getreten ist.

 

Wenn Sie die Wahl hätten, würden Sie wieder den gleichen Weg beschreiten oder vielleicht gleich eine Fusion anstreben?

 

Claus Junghenn: Wir streben die Fusion an! Dieses Ziel ist aber nicht kurzfristig zu erreichen (siehe die negative Entscheidung in Steffenberg/Angelburg). Den Weg über die Verwaltungsgemeinschaft zu gehen ist richtig. Nun heißt es für uns, die Zusammenarbeit mehr und mehr zu intensivieren und sozusagen „die Ohren in der Bevölkerung zu haben“. Es gilt den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, an dem die Menschen in Allendorf und Bromskirchen auch eine Fusion der beiden Gemeinden mittragen werden.

 

 

 

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